Was ist der Realzins?

Der Realzins ist eine Größe, die zur Zinsberechnung herangezogen wird. Der Zinssatz kommt für eine Geldanlage oder einen Kredit in Betracht. Dafür verwendet man den Nominalzinssatz, der wiederum nicht die Inflationsrate berücksichtigt.

Info: Diese Zinsart gibt Auskunft über das Verhältnis eines bestimmten Wertes unter der Beeinflussung der Inflationsrate.

Wie lässt sich der Realzins errechnen?

Der Zinswert errechnet sich aus dem Nominalzins minus der Inflationsrate. Liegt der Wert trotz Inflationswert über dem Nominalzins, so erhält er ein negatives Vorzeichen und weist auf einen effektiven Wertverlust hin.

Geldanlagebetrag- Ausgangswert

Zinsen und Inflationsrate

reale Zinsen

Auszahlung

1000 Euro

Die Zinsen betragen anteilig vier Prozent, die Inflationsrate liegt bei 1,5 Prozent.

Der Realzins beträgt laut Formel nur noch 2,5 Prozent.

Am Ende des Jahres erhält der Anleger 1040 EUR, der Geldwert ist aber infolge der Inflation auf 1025 Euro gesunken.

Welche Risiken verbinden sich mit dem Realzins?

realzins

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  1. Die Höhe des Zinssatzes kann nur im Nachhinein empirisch bestimmt werden, da viele Variablen auf die Inflationsrate einwirken.
  2. Die Inflationsraten unterliegen grundsätzlich starken Schwankungen. Dies wirkt sich auf den realen Zinssatz aus.
  3. Zukünftige Prognosen gelten als unsicher und ungenau.
  4. Vorab ist lediglich eine grobe Einschätzung der Inflationsrate möglich.

Realzins – Tipps für Anleger

  • Anleger sollten den Realzins immer im Blick behalten und nicht außer Acht lassen
  • Sparer sollten immer die Zusammenhänge von Nominalzins und Realzins aufeinander beziehen

Realzins und finanzielle Repression

Die finanzielle Repression hängt mit dem realen Zinssatz zusammen. Unter diesem Fachbegriff wird gemeinhin ein spezieller finanzwirtschaftlicher Zustand verstanden. Bei einer finanziellen Repression sind die realen Zinsen niedriger als das gesamte wirtschaftliche Wachstum einer Nation oder eines gesamten Wirtschaftsraumes. Bei dieser staatlichen Einflussnahme werden die Zinsen möglichst niedrig gehalten, um bei Sparern und Anlegern einen langsam auftretenden Sparverlust zu erzielen, der sich positiv auf den Finanzhaushalt des Staates auswirkt. Dies geschieht etwa dann, sobald der Staat den Kapitalverkehr kontrolliert, die Banken verstaatlicht oder die Zinssätze nach oben schraubt.

Quelle

Deutsche Bundesbank: Realzins. >>
Mühlbauer, Klaus: Die 111 wichtigsten Fragen der Vermögensanlage – simplified: Alle Antworten zu Geld, Börse, Versicherungen und Rente. >>